Information ist in der Physik klar definiert: Sie bezeichnet das, was gemessen, codiert und übertragen werden kann. Aber bei Licht, Quantenfeldern und verschränkten Systemen gibt es Hinweise auf eine subtilere Art von Information – eine inhärente oder implizite Information, die in der Struktur des Universums selbst existiert.
Dieser Artikel untersucht beide Formen von Information, ihre Unterschiede und warum moderne Experimente wie der Quantenradierer oder die Quantenverschränkung trotz scheinbarer Absurditäten keine Überlicht-Kommunikation ermöglichen. Gleichzeitig wird reflektiert, wie diese inhärente Information philosophisch als Ausdruck einer tieferen, vielleicht „göttlichen“ Ordnung interpretiert werden kann.

1. Physikalische Information

Physikalische Information ist operational:
  • Sie kann gezielt codiert, übertragen und gelesen werden.
  • Sie unterliegt Signalbegrenzungen, z. B. der Lichtgeschwindigkeit .
  • Sie ist lokalisiert: Ein Signal muss einen Träger haben – Elektronen, Photonen oder elektromagnetische Wellen.
Beispiele:
  • Ein Lichtsignal, das eine Nachricht in Morsezeichen trägt
  • Daten auf einer Festplatte
  • GPS-Korrekturen, die Informationen über Satellitenpositionen enthalten
Schlüsselpunkt: Physikalische Information kann man steuern. Sie ist der einzige Typ von Information, der zu Kommunikation, Nachrichtenaustausch und Manipulation führen kann.

2. Inhärente Information

Die inhärente Information ist subtiler:
  • Sie liegt in Wahrscheinlichkeitsverteilungen, Quantenzuständen und Korrelationen.
  • Sie existiert in der Struktur des Universums selbst, verteilt über Raum, Zeit und Systeme.
  • Sie ist nicht direkt zugänglich, solange keine Messung stattfindet.
Beispiele:
  • Die Wellenfunktion eines Photons am Doppelspalt
  • Die verschränkten Zustände zweier Photonen
  • Statistische Muster, die erst nach Aggregation vieler Messungen sichtbar werden
Hierbei gilt: Ein einzelnes Photon liefert keine messbare Information über das Interferenzmuster – das Muster entsteht erst über die Aggregation vieler Messungen. Die inhärente Information existiert als Potenzial, nicht als aktives Signal.

3. Quantenradierer und Verschränkung

Diese Experimente scheinen „Information rückwirkend zu übertragen“:
  • Quantenradierer: Ob ein Photon Interferenz zeigt oder nicht, hängt von der Messung seines Partners ab.
  • Verschränkung: Messungen an einem Photon korrelieren sofort mit seinem Partner, egal wie weit entfernt.
Philosophisch sieht das aus wie Überlicht-Interaktion. Physikalisch gilt aber:
  1. Die lokale Messung allein liefert immer nur zufällige Ergebnisse.
  2. Erst durch klassische Kombination der Daten (über Lichtgeschwindigkeit oder langsamer) entsteht das erkennbare Muster.
  3. Kein Signal kann von einem Ort zum anderen schneller als Licht übertragen werden.
Physikalische Information reist also nicht, obwohl Korrelationen existieren.

4. Philosophische Reflexion: Inhärente Information und Ordnung

Die inhärente Information zeigt, dass das Universum mehr trägt als die messbare physikalische Realität:
  • Die Welt ist nicht nur aus Objekten mit Eigenschaften aufgebaut, sondern aus Zuständen und Relationen.
  • Diese Information existiert unabhängig von unserer Messung – sie ist im Universum strukturmäßig verankert.
  • Physikalische Information ist nur die „manifestierte Spitze des Eisbergs“, die wir operationalisieren können.
Einige Denker interpretieren diese inhärente Ordnung als Hinweis auf eine göttliche oder kosmische Struktur:
  • John Wheeler: “It from Bit” – die physikalische Welt entsteht aus Information
  • Holographisches Prinzip und moderne Quanteninformationstheorie: Die Struktur der Raumzeit selbst kann als codierte Information verstanden werden
  • Philosophische Traditionen: Spinoza, Einstein und andere sahen in der universellen Ordnung eine „kosmische Vernunft“
Das heißt: Die inhärente Information ist in der Realität selbst gespeichert – in den Beziehungen, Wahrscheinlichkeiten und Feldzuständen – nicht in isolierten Objekten. Sie wirkt wie ein tiefes Muster, das allem zugrunde liegt.

5. Fazit

  • Physikalische Information: Messbar, übertragbar, kontrollierbar → kann für Kommunikation verwendet werden
  • Inhärente Information: Im System verteilt, nicht direkt messbar → zeigt sich nur statistisch, nach Aggregation von Messungen
Experimente wie Quantenradierer oder Verschränkung zeigen, dass inhärente Information real, relational und nicht-lokal ist. Sie verletzt aber nicht die physikalische Definition von Informationsübertragung, weil kein Signal schneller als Licht übertragen wird.
Philosophisch öffnet sich dadurch ein faszinierendes Bild: Die Realität ist ein Netz von Möglichkeiten, Beziehungen und inhärenter Ordnung, und physikalische Information ist nur die manifestierte Schnittmenge, die wir messen und nutzen können. Dieses tieferliegende Muster kann als eine Art „göttliche Struktur“ interpretiert werden – eine Ordnung, die der messbaren Welt zugrunde liegt, unabhängig davon, ob wir sie erkennen oder nicht.