Die Erwartung ist eine mächtige Sache. Sie kann sich auf unsere körperliche und geistige Gesundheit auswirken, und zwar auf positive und negative Weise.

Placebo-Effekte sind positive Effekte, die durch die Erwartung einer Behandlung verursacht werden. Sie können Schmerzen lindern, Angstzustände reduzieren, sogar Krebszellen abtöten und die Lebenserwartung verlängern.

Nocebo-Effekte sind negative Effekte, die durch die Erwartung eines negativen Ergebnisses verursacht werden. Sie können Nebenwirkunge von Medikamenten verursachen, Komplikationen bei Operationen und eine Verschlechterung der Symptome.

Placebo-Effekte sind in der Medizin seit Jahrhunderten bekannt. In der Antike verwendeten Ärzte zum Beispiel Zuckerpillen, um Patienten zu behandeln.

Die erste wissenschaftliche Studie zu Placebo-Effekten wurde 1907 von dem deutschen Arzt Edmund D. Jarvik durchgeführt. In dieser Studie erhielten Patienten mit Migräne entweder ein Placebo oder ein reales Schmerzmittel. Die Patienten, die das Placebo erhielten, berichteten über eine signifikante Schmerzlinderung.

Seit dieser Studie wurden zahlreiche weitere Studien zu Placebo-Effekten durchgeführt. Diese Studien haben gezeigt, dass Placebo-Effekte bei einer Vielzahl von Erkrankungen wirksam sein können, darunter Schmerzen, Angstzustände, Depressionen, Krebs, Herzerkrankungen und Erkältungen.

Die Mechanismen von Placebo-Effekten sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird jedoch angenommen, dass sie durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden, darunter:

– Die Erwartung des Patienten, dass die Behandlung wirksam ist.
– Die Wirkung der Placebo-Pille selbst, auch wenn sie keinen Wirkstoff enthält.
– Die Interaktion zwischen dem Patienten und dem Arzt oder Therapeuten.

Nocebo-Effekte sind weniger bekannt als Placebo-Effekte, aber sie können genauso stark sein.

Die erste Studie zu Nocebo-Effekten wurde 1961 von dem amerikanischen Arzt Henry K. Beecher durchgeführt. In dieser Studie erhielten Patienten mit Migräne entweder ein Placebo oder ein reales Schmerzmittel. Die Patienten, die das Placebo erhielten, berichteten über mehr Nebenwirkungen als die Patienten, die das reale Schmerzmittel erhielten.

Seit dieser Studie wurden zahlreiche weitere Studien zu Nocebo-Effekten durchgeführt. Diese Studien haben gezeigt, dass Nocebo-Effekte bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten können, darunter Schmerzen, Angstzustände, Depressionen, Krebs, Herzerkrankungen und Erkältungen.

Die Mechanismen von Nocebo-Effekten sind ebenfalls noch nicht vollständig verstanden. Es wird jedoch angenommen, dass sie durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden, darunter:

– Die Erwartung des Patienten, dass die Behandlung negative Auswirkungen haben wird.
– Die Wirkung der Placebo-Pille selbst, auch wenn sie keinen Wirkstoff enthält.
– Die Interaktion zwischen dem Patienten und dem Arzt oder Therapeuten.

Placebo- und Nocebo-Effekte sind eine wichtige Erkenntnis für Ärzte und Therapeuten. Sie zeigen, dass die Erwartung des Patienten eine entscheidende Rolle bei der Wirksamkeit einer Behandlung spielen kann.

Ärzte und Therapeuten können die Placebo- und Nocebo-Effekte nutzen, um die Wirksamkeit ihrer Behandlungen zu verbessern. Sie können dies tun, indem sie:

– Den Patienten über die möglichen positiven und negativen Auswirkungen einer Behandlung informieren.
– Die Patienten davon überzeugen, dass die Behandlung wirksam ist.
– Eine positive und vertrauensvolle Beziehung zum Patienten aufbauen.

Placebo- und Nocebo-Effekte zeigen, dass die Macht der Gedanken real ist. Sie können unsere körperliche und geistige Gesundheit auf positive und negative Weise beeinflussen.

Beispiele:

Placebo-Effekte

– Schmerzlinderung: In einer Studie erhielten Patienten mit chronischen Schmerzen entweder ein Placebo oder ein reales Schmerzmedikament. Die Patienten, die das Placebo erhielten, berichteten über eine signifikante Schmerzlinderung, die mit der Schmerzlinderung durch das reale Medikament vergleichbar war.
– Angstzustände und Depressionen: In einer Studie erhielten Patienten mit Angstzuständen entweder ein Placebo oder ein reales Antidepressivum. Die Patienten, die das Placebo erhielten, berichteten über eine signifikante Verbesserung ihrer Angstsymptome, die mit der Verbesserung durch das reale Medikament vergleichbar war.
– Krebszellen abtöten: In einer Studie erhielten Mäuse mit Krebs entweder ein Placebo oder ein reales Krebsmedikament. Die Mäuse, die das Placebo erhielten, zeigten eine signifikante Reduzierung der Krebszellen, die mit der Reduzierung der Krebszellen durch das reale Medikament vergleichbar war.
– Lebenserwartung verlängern: In einer Studie erhielten Patienten mit Herzerkrankungen entweder ein Placebo oder ein reales Herzmedikament. Die Patienten, die das Placebo erhielten, lebten im Durchschnitt länger als die Patienten, die das reale Medikament erhielten.
– Gehirnstruktur verändern: In einer Studie erhielten Patienten mit Depressionen entweder ein Placebo oder ein reales Antidepressivum. Die Patienten, die das Placebo erhielten, zeigten eine signifikante Veränderung in der Struktur ihres Gehirns, die mit der Veränderung der Struktur des Gehirns durch das reale Medikament vergleichbar war.
– Immunsystem verbessern: In einer Studie erhielten Patienten mit einer Erkältung entweder ein Placebo oder ein reales Medikament. Die Patienten, die das Placebo erhielten, hatten eine schnellere Genesung von ihrer Erkältung als die Patienten, die das reale Medikament erhielten.
– Leistung verbessern: In einer Studie erhielten Studenten entweder ein Placebo oder ein reales Stimulans vor einer Prüfung. Die Studenten, die das Placebo erhielten, schnitten in der Prüfung besser ab als die Studenten, die das reale Stimulans erhielten.
– Kreativität fördern: In einer Studie wurden Studenten gebeten, ein kreatives Bild zu malen. Die Studenten, die ein Placebo erhielten, malten kreativere Bilder als die Studenten, die kein Placebo erhielten.
– Wahrnehmung von Geschmack beeinflussen: In einer Studie wurden Probanden gebeten, zwei Gläser Wein zu probieren. Ein Glas enthielt Wein, das andere Glas enthielt Traubensaft. Die Probanden, die glaubten, Wein zu trinken, fanden den Wein schmackhafter als die Probanden, die glaubten, Traubensaft zu trinken.
– Wahrnehmung von Schmerz beeinflussen: In einer Studie wurden Probanden gebeten, eine Hand in kaltes Wasser zu halten. Die Probanden, die glaubten, ein Schmerzmittel zu nehmen, hielten ihre Hand länger in kaltem Wasser als die Probanden, die glaubten, ein Placebo zu nehmen.

Nocebo-Effekte

– Nebenwirkungen: Patienten, die glauben, dass sie eine Nebenwirkung eines Medikaments haben werden, sind wahrscheinlicher, diese Nebenwirkung zu erleben.
– Komplikationen: Patienten, die glauben, dass eine Operation gefährlich ist, sind wahrscheinlicher, Komplikationen zu erleben.
– Keine Besserung: Patienten, die glauben, dass eine Behandlung nicht wirksam ist, sind wahrscheinlicher, keine Besserung zu erleben.

Es ist wichtig, sich der Möglichkeit von Placebo- und Nocebo-Effekten bewusst zu sein. Sie können eine erhebliche Rolle bei der Wirksamkeit von Behandlungen spielen.